Alles Drachen: Razfaz, Dracula und Kampffische
Trotz des prägenden Fun-Faktors sehen sich Drachenboot-Fans auf dem Weg zur ernstzunehmenden Sportart

»Nicht der Sieg ist entscheidend, sondern die Gaudi muss stimmen« sagt Anja Prokschi, eine der Paddlerinnen vom Team »Zarte Blümelein«: Samstag un Sonntag stand der Floßhafen im Zeichen der Drachenbootwettbewerbe der Kanuabteilung des SSKC Aschaffenburg. Selbst aus dem Saarland und aus Gießen waren Mannschaften zum Wettkampf nach Aschaffenburg gereist.

Auf dem Fußweg vom Floßhafen in Richtung Schloss war die Veranstaltung nicht zu verfehlen. Auf dem Perth Inch tummelten sich Hunderte von Drachenbootfahrern mit ihren Fanclubs und zahlreichen Zuschauern. Einfallsreichtum bewiesen die Mannschaften schon bei den Teambezeichnungen. So starteten unter anderem die »Mainsprinter«, »Männer mit schwerem Herzleiden«, »Zarte Blümelein« oder die »Kampffische«. Fantasievoll wie die Mannschaftsnamen waren auch die Kostümierungen vieler Teilnehmer. Grell geschminkt oder mit Kostümen und auffälligen Outfits ging es bei der Funveranstaltung an den Start.

Am Samstag traten neben 32 Funteams und sechs Sportmannschaften auch acht Damenbesatzungen an. Acht Klassen der Jahrgänge 7 bis 9 und 20 Teams der Schulklassen 10 bis 13 waren am Sonntag auf dem SchulCup vertreten, der zum zweiten Mal ausgetragen wurde..

Den FrankenCup der Funmannschaften konnte das Team »Razfaz« (Vita Life Park, Wertheim) gefolgt von den »Kombinierer« (Siemens-VDO, Babenhausen) mit nach Hause nehmen. Auf dem dritten Platz landete die Mannschaft »Pipeliner« (Aschaffenburger Versorgungs-GmbH).

Bei den Damenmannschaften belegte das »Team Offenbach« den ersten Platz. Auf Platz zwei landeten die »alpine ladies« (Deutscher Alpenverein, Sektion Aschaffenburg) und auf dem dritten Platz die »Frauenpower Dracula« (Gemeinschaftspraxis Drs. Klausmann / Dr. Welslau, Aschaffenburg). Die »Spessart-Drachen« (TSV Lohr) konnte bei den Sportmannschaften den Sieg einpaddeln. Ihnen folgten die »Fitalis X-tremers« (Fitnessstudio Fitalis, Wettenberg/Gießen) und die »Ü50 - Die Saarwölfe« (Kanuclub Völklingen/Kanuwanderer Burbach).

Den Preis für das beste Outfit kassierten die »Kommzdrachen« (Freundeskreis für Kultur e.V., Aschaffenburg) und den Beginner-Cup nahmen die »Oscheffer Aloha Schiffer« (TSV Mainaschaff-Fußball) mit nach Hause. Für alle weiteren Teams gab es Urkunden und jeweils zwei Flaschen Sekt.

»Der Spaßfaktor war wieder für alle Teilnehmer gegeben«, sagt Ulrike Faßnacht. Sie hat die Veranstaltung mitorganisiert. Nach wochenlangen Vorbereitungen freut sich die Kanusportlerin, dass es von oben her trocken blieb.

»Mit dem Drachenbootrennen wollen wir unsere Sportart, die meist nicht die gebührende Aufmerksamkeit bekommt, der breiten Masse vorstellen« erklärt Susanne Patzelt, Leiterin der Kanuabteilung. Der Erlös aus dem Drachenbootrennen wird unter anderem für die Jugendarbeit eingesetzt. So kann der Verein beispielsweise auf deutsche und bayrische Meistertitel zurückblicken.

In asiatischen Ländern ist die Beliebtheit solcher Rennen mit der von Fußball in Europa vergleichbar. Aus einer alten Tradition hat sich eine moderne, attraktive Sportart entwickelt, die in der ganzen Welt immer mehr Freunde findet.

Von außen ist es für den Unbeteiligten lustig, gleichzeitig aber auch interessant anzuschauen, wenn das über zwölf Meter lange, exotische Gefährt, geschmückt mit Drachenkopf und Schwanz, vorüberzieht. Die 20 Paddler werden von einem Trommler angetrieben, während der Steuermann das Boot auf Kurs hält.

Im Frühjahr 2002 wurde auch beim SSKC das erste Drachenboot auf den Namen »Fey Long« (Fliegender Drache) getauft. Der Drachenbootsport sei keine kurzlebige Modedisziplin, sondern befinde sich voll im Aufwärtstrend. In Deutschland ist Drachenbootfahren inzwischen eine Sportart mit den höchsten Zuwachszahlen. Dieser Trend soll auch in Aschaffenburg fortgesetzt werden.

Ralf Hettler

Internet: www.drachenboot-frankencup.de

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