Frankendrachen an Drachenboot Europameistertiteln beteiligt
2 Titel, 2 Vizemeisterschaften und ein dritter Platz

Am 22. und 23. Juli 2006 war der Maltasee im Herzen von Poznan (PL) Schauplatz der vom ICF ausgerichteten European Club Crew Dragon Boat Championships.
Mit dabei waren 2 Mitglieder der „Frankendrachen“, des in Aschaffenburg heimischen Drachenbootteams des SSKC Aschaffenburg. Zusammen mit dem seit Jahren befreundeten Team aus Basel (CH) wurden „Senior“-Boote in der Startklasse „Mixed“ (12 Männer, 8 Frauen) und „Open“ (20 Männer) über jeweils 200m, 500m und 2000m gestellt.

Bei Temperaturen von 35°C und mehr wurde am Samstag zuerst die 200 Meter Sprint-Distanz und in den Abendstunden die Langstrecke über 2.000 Meter ausgefahren. Bei ähnlichen Bedingungen wurde am Sonntag die 500 Meter Kurzstrecke ausgetragen.

Die erste Entscheidung stand in der Klasse Open an. Im Vorlauf hatte das Männerteam, mit Tim Faßnacht an Bord, im Vorlauf noch einen Drachenkopf großen Vorsprung vor den unerwartet starken Spaniern. Im Finale, das in der Mittagshitze ausgetragen wurde, musste dann das Schweizer Team mit eben diesem Vorsprung das spanische Boot an sich vorbeiziehen lassen. Ein beachtlicher 2. Platz war das Ergebnis, hatte man immerhin das favorisierte Deutsche Boot des Team MV ganz klar auf den dritten Platz verwiesen.

Auch in der Mixed-Klasse waren die Deutschen Teams ganz klar die Favoriten. Doch mit dem eindeutigen Gewinn des Vorlaufs machte das Team „Beider Basel“, mit der Aschaffenburger Sibylle Hübner als Teammitglied, klar, dass man bei der Titelvergabe ein Wort mitsprechen will.
Im großen Finale kamen die ersten 3 Boote in weniger als einer Sekunde und die Plätze 4-6 nur eine weitere Sekunde später ins Ziel. Nach bangen Minuten der Zielfotoauswertung stand der erste Titelgewinn dieser Europameisterschaften für das Schweizer Team aus Basel fest.

Ähnlich spannend der Ausgang der Langstreckenrennen. Diese besondere Art eines Drachenbootrennens wird nicht wie die Sprint- oder Kurzstrecke in Bahnen nebeneinander bei gleichzeitigem Start gefahren, sondern auf einem 500m Rundkurs mit 3 Wenden, wobei das besser platzierte Boot aus dem 200m Endlauf immer 10 Sekunden nach dem vorherigem Boot startet.
So kommt es unweigerlich, dass die schnelleren Boote von hinten auf die langsameren Boote auffahren. Dabei gestaltet sich die Wende immer wieder als kritischer „Flaschenhals“ und letztlich Rennentscheidend. Die Zeiten werden nach der Zieleinfahrt um die spätere Startzeit bereinigt und erst dann steht der Sieger fest.
Bei den Männern startete das Team mit Tim Faßnacht von Startposition 10 und damit 100 Sekunden nach dem ersten Boot. In der 2. Wende, nach 1000 gefahrenen Metern, wurden nach einem Crash 2 Boote disqualifiziert und das Boot der Uckermark versenkt. Glücklicher Weise konnte das Basler Boot die Wende ohne Feindberührung passieren und somit mit einer Sekunde Vorsprung vor den fast zeitgleichen Spaniern und dem Team MV aus Deutschland gewinnen.

Eine Stunde später startete Tim Faßnacht noch einmal zusammen mit Sibylle Hübner im Mixed Team des Drachenbootclubs Beider Basel. Die Anstrengung der 12 Männer, die bereits ein solches Langstreckenrennen in den Knochen hatten, war noch nicht restlos regeneriert, so dass man mit dem erreichten 3. Platz hinter Hannover und Wuppertal mehr als zufrieden war, wollte man doch ursprünglich dieses Rennen nicht bestreiten.

Während die Vorläufe am Sonntag über die 500 Meter noch beeindruckend durchfahren wurden, merkte man den Sportlern des Basler Teams bei den Endläufen am Mittag die Doppelbelastung Open / Mix bei den tropischen Temperaturen an.
Trotz einer furiosen Aufholjagd auf den letzten 100 Metern reichte es dem Männerboot nur zu einem undankbaren 4. Platz. Während die Spanier mit einem halben Boot Vorsprung den Sieg klar davon trugen, war es bei der Vergabe der Plätze 2-4 sehr knapp. Schließlich wurde das deutsche Team 2. und das polnische Boot durfte sich über den 3. Platz freuen.

Noch spannender war der Zieleinlauf des Mixbootes, welches sich nach dem Erfolg auf den 200m und dem Gewinn des Vorlaufs noch eine Meisterschaft erhoffte. Dem Zuschauer ergab sich ein phänomenales Bild, als sich 6 Drachenboote innerhalb von 1,5 Sekunden im Ziel einfanden. Hier war die Entscheidung nur mit Zielfotoauswertung herbeizuführen. Nach bangen Minuten stand als Sieger das Team MV fest. Das Basler Boot mit Sibylle Hübner an Bord durfte sich über einen Vizemeistertitel freuen und auf Platz 3 kam das Team Drag Attack aus Wuppertal.

Somit endeten die Drachenboot Europameisterschaften in Polen für die SSKC Drachenbootsportler Sibylle Hübner und Tim Faßnacht äußerst erfolgreich mit jeweils einem 1., 2. und 3. Platz.

Die Ergebnisse aller Wettbewerbe können auch unter der offiziellen Website: http://www.lodziesmocze.posnania.pl/wyniki/ eingesehen werden.

Alle Drachenboot Interessierten bietet der SSKC Aschaffenburg die Möglichkeit diese Sportart einmal auszuprobieren. Mehr Infos unter: http://www.sskc-kanu.de/angebot oder jeden Mittwoch ab 19 Uhr beim Training der Frankendrachen am Vereinsgelände des SSKC Poseidon.

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